Diebische Affen und durstige Elefanten – der Addo Elephant Park

Wir konnten ja im Kruger Park bereits die „Big Five“ sichten. Männliche Löwen, eine große Büffelherde, badende Babyelefanten, Strauße und viele andere für uns neue Tierarten bekamen wir aber erst während eines Gamedrives durch den Addopark und das Schotia Reserve zu sehen. Hier meine Erlebnisse von klauenden Affen, schlafenden Löwen und durstigen Elefanten.


Da ich zwei Brüder habe, war ich als Kind gewohnt, hin und wieder um Essen zu streiten. Aber mit einem echten Affen musste ich das bisher nicht. Bis zu meinem Lunch im Addo Elephant Park, bei dem drei „Grünmeerkatzen“ mir mein Mittagessen streitig machen wollten. Da sie bei mir nicht viel Erfolg hatten, kletterten sie kurzerhand in einen Jeep, der mit geöffneten Fenstern vor den Bäumen geparkt war, in denen sie sich versteckten. Ich bekam die Reaktionen der Gäste nicht mehr mit – aber sicher waren sie verwundert, dass einige ihrer persönlichen Sachen verschwunden waren. Ein Äffchen saß gemütlich mit einem Tetrapack im Baum und schlürfte den Saft, während ein anderes an einer Plastikverpackung herumbiss, um den Inhalt heraus zu bekommen.

Generell hätte ich mein sogar Essen gerne abgegeben – so besonders toll hat´s nämlich nicht geschmeckt. Im ganzen Park gibt es aber nur den einen Rastplatz. Also als Tipp: Bringt euch bei einem Besuch im Addo Park am besten selbst etwas mit – und lasst das Auto nicht offen, sonst verschwindet das Proviant nämlich ganz schnell ins Gebüsch!

In den Addopark fuhren wir übrigens von Port Elizabeth ein knappes Stündchen mit dem neuen Mietwagen (diesmal ohne Unterbodenschäden). Check-In ist dort wieder ähnlich wie im Kruger Park und der Eintrittspreis für ein Tagesticket umgerechnet etwa 15 Euro.

Aus dem Auto aussteigen ist auch im Addo Elephant Park bis auf ein paar ausgenommene Plätze strengstens verboten. Und dort ist das Verlassen des Autos immernoch ein Risiko und auf eigene Gefahr.
Auf den Straßen des Addo Parks darf man nicht über die Elefantenhaufen drüber fahren. Dort halten sich nämlich die wichtigen und bedrohten Mistkäfer auf. So wird die Fahrt zum Slalom, da quasi überall Elefantenhaufen liegen und die Mistkäfer auch entsprechend auf den Straßen herumlaufen.

Unsere Unterkunft für die beiden Nächte war „The old Drift Guest Farm“ in Addo. Ein hübsches Gästehaus, sehr familienfreundlich und offensichtlich bei Deutschen sehr beliebt.

Nach der ersten Nacht und einem gemütlichen Frühstück ging es um 9 Uhr mit unserer Fahrerin Sorita in den „Addo Elephant Park„, den wir eben schon am Vortag auf eigene Faust etwas erkundeten.
Hier die wundervollen Tiere, die wir zu Gesicht und vor die Linse bekamen:

Giraffe im Addo Elephant Park
Wunderschöne Giraffen streifen durch den Addo Elephant Park
Termitenhügel
Im Park gibt es hunderte Termitenhügel, die teils höher als einen Meter sind

Vogelstrauß

Birgit mit Fotokamera
Ausgerüstet für die Fotosafari waren wir übrigens mit einer Nikon D4, einer Nikon D800 und einer Fujifilm XT-1

Wenn sich Zebras hinstellen (zum Beispiel zum Schlafen), dann immer etwas versetzt. Dann sind sie durch die vielen Streifen besser getarnt.

An sehr heißen Tagen kann man zu 100 Prozent an den Wasserstellen beobachten, wie sich Tiere dort abkühlen oder etwas trinken. Wir kamen gerade an so ein Wasserloch, als eine große Elefantenherde mit ihrem Nachwuchs Abkühlung suchte.

Elefantenherde im Addo Elephant Park
Eine Elefantenherde kühlt sich am Wasserloch ab.
Lachender Elefant
Sieht doch fast aus, als würde dieser Elefant lachen?!

Gegen Mittag verließen wir dann den Addopark wieder. Nach einem Lunch etwas außerhalb des Camps (diesmal mit leckerem Essen und ohne Affen), starteten wir einen zweiten Gamedrive im privaten „Schotia Safari Game Reserve“.

Für den ersten Teil der Tagestour fuhren wir mit einem Landrover durch den Addo Elephant Park.

Unserer Fahrerin Sorita wechselte dafür vom geschlossenen Landrover auf einen offenen Safariwagen und es begleiteten uns noch zwei weitere Pärchen. Eines davon kam – so klein ist eben die Welt – wie wir aus München. Immer wieder lustig, wenn man irgendwo am anderen Ende der Erde Menschen aus seiner Heimat trifft – und toll, wenn man sich dann auch noch auf Anhieb so gut versteht!

Der zweite Teil der Tour fand im offenen Geländewagen statt.

Zusammen fuhren wir in das Reservat. Nach einer anfänglichen Autopanne und dem Wechsel auf einen neuen Wagen konnten wir u.a. hautnah Nashörner sichten.

 

Nashorn
Nashörner werden leider immernoch zu Hauf illegal wegen ihrer Hörner getötet. Für ein Kilo Horn werden in China bis zu 100.000 Euro gezahlt.
Nashorn bei Jeep
Dieses Nashorn war besonders neugierig – aber zum Glück auch ganz friedlich.
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages

Nach einer Kaffeepause bekamen wir mit den letzten Sonnenstrahlen eine Löwenfamilie zu Gesicht. Die drei Tiere schliefen zwar fast nur aber kurz schaute sich jedes Tier einmal um und so konnten wir auch die männlichen Löwen mit ihren prachtvollen Mähnen bewundern.

Löwe gähnt
Löwen schlafen etwa 17-18 Stunden am Tag. Dieses Exemplar war auch sehr müde – hat sich aber kurz mal umgesehen und nach einem herzhaften Gähner weitergeschlafen.

Nach der Ausfahrt gab es für unsere Jeepbesatzung und andere Safarigruppen Essen in dem Camp – mit Lagerfeuer und geselligem Beisammensein. Ein gelungener Abschluss!

Bei einem Blick in den Himmel zu späterer Stunde beschlossen wir: Der Sternenhimmel dort war wohl der schönste, den wir je gesehen haben. Da es kein Umgebungslicht gab und in der Nähe auch keine größere Stadt, blitzten die Sterne ganz hell und klar und sogar die Milchstraße war super zu sehen. Das Foto kann nichtmal annähernd die Stimmung einfangen. Der Himmel war wirklich magisch!

Weiter ging es dann auf der berühmten Garden Route. Darüber hier dann ganz bald mehr!
Bis dahin liebste Grüße,

die Birgit

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