Helau und Alaaf! Stylingtipps zur fünften Jahreszeit

Ob ihr Fasching, Fastnacht oder Karneval feiert (das sind oft ewige Diskussionen zwischen meinen Kölner, Frankfurter und Münchener Freunden…) – Fakt ist: bald stehen wieder ein paar närrische Tage und Nächte an! Und ich freue mich ganz besonders darauf, weil ich es lieeeebe, mich zu verkleiden. Neben zwei bis drei Faschigsevents pro Jahr tobe ich mich auch gerne auf diversen Mottoparties und an Halloween aus. Hier sind meine Lieblingskostüme für euch zur Inspiration und ein paar Stylingtipps obendrauf.

Ideen aus Hollywood

Am einfachsten finde ich es, sich an einer Figur zu orientieren, deren Kostüm man einfach nachstellt oder noch viel besser: selbst interpretiert. In Filmen und Serien finde ich da ganz viel Inspiration.

Die schwarze Ballerina

Natalie Portman bekam für ihre Rolle in Black Swan den Oscar – und ich damit die passende Idee für ein Kostüm. Zu Kaufen gab es damals aber noch nichts passendes – also habe ich selbst gebastelt. Und das ist auch mein erster Tipp: Do it Yourself! Mit einer schlichten schwarzen Corsage, Federn, Tüll, Glitzersteinen und Heißkleber ist das Kostüm entstanden. Dazu habe ich nur noch eine weiße blickdiche Strumpfhose, Satinband, schwarze Highheels und das passende Make-Up kombiniert. Das habe ich mit weißer Grundierung, silbernem, schwarzen und weißen Lidschatten und viel flüssigem Eyeliner hinbekommen. Die Krone habe ich übrigens aus einem Haarreifen und viel Heißkleber gefertigt, mit schwarzer Acrylfarbe angemalt und mit silbernem Glitzernagellack „veredelt“. Auf YouTube finden sich oft super DIY-Anleitungen, in denen genau so etwas erklärt wird.

let it snow…

Birgit als Eisprinzessin

Disneys Eisprinzessin hat mich zu diesem Kostüm inspiriert. Dafür musste ich bis auf ein paar Filz-Sternflocken für wenige Euro gar nichts kaufen. Die Sternflocken habe ich mir auf ein langes blaues Kleid genäht, das „Elsas“ Kleid ähnlich sah und sowieso in meinem Schrank hing. Diadem und Schmuck stammen noch von meiner Hochzeit und kleine weiße Schneeflocken-Deko war von Weihnachten übrig. Die habe ich mit etwas Wimpernkleber auf Gesicht, Schultern und Dekollete geklebt, ebenso ein paar Strasssteinchen aus der Bastelkiste. Ganz viel Glitzergel überall, etwas Kunstschnee auf den Augenbrauen und Schneeflocken-Ohrringe haben den Look abgerundet.

Birgit als Eisprinzessin

Genau wie im Film sah das Kostüm natürlich nicht aus – aber jeder hat die Filmfigur erkannt und es macht finde ich auch viel mehr Spaß, sich ein bisschen auszutoben, statt etwas komplett zu kopieren.

Fasching is coming

Ein Charakter aus einer meiner Lieblingsserien bot mir letztes Jahr die Vorlage für mein Faschingskostüm. Einen Abend lang durfte ich als die Mutter der Drachen aus „Game of Thrones“ feiern. Oder genau genommen als: „Daenerys Sturmtochter aus dem Hause Targaryen, die Erste ihres Namens, Königin der Andalen und der Ersten Menschen, Khaleesi des Dothrakischen Meeres, Brecherin der Ketten und Mutter der Drachen.“  Wer die Serie nicht kannte, hielt mich an der Faschingsfeier wohl für verrückt, da ich mich ordnungsgemäß natürlich mit komplettem Namen vorstellte. 😉

Vielleicht habt ihr ja auch einen Serien-/Filmcharakter, in dessen Rolle ihr schon immer mal schlüpfen wolltet? Das passende Kostüm findet sich dann bestimmt.
Im Fall von Daenerys Targaryen habe ich mir von einem Freund ein Kleid aus den USA mitbringen lassen, dass einem der Serienkostüme nachempfunden ist. Blonde Haare hatte ich aktuell sowieso und mit Clip-In-Extensions und ein paar geflochtenen Strähnen sah die Frisur ähnlich aus wie in der Serie. Das Make-Up habe ich mir ebenfalls abgeschaut (ganz natürliche nude-Töne sowie extrabreite und dunkle Augenbrauen sind z.B. ein Markenzeichen). Als kleinen Gag habe ich mir im Spielzeugladen noch einen Drachen besorgt. Was wäre denn die Mutter der Drachen ohne ihre Babies?? Und so kleine Gimmicks und Details kommen immer sehr gut an.

Nicht von dieser Welt

Die Schwester von Actionheld H-Man hat nicht nur Haarfarbe und Geburtstagsjahr mit mir gemeinsam. Sie reitet in der Serie auf einem Einhorn. Hey, das wollte ich auch mal! Also habe ich für meine Weltall-Mottoparty („a birthday out of this world“) das Kostüm der 80er-Jahre-Serienheldin gewählt.

Birgit als She-Ra
Birgit alias She-Ra – hier mit „Sailormoon“

Zu kaufen gab es nur extrem hässliche Billigkostüme – also habe ich wieder selber gebastelt. Ein weißes Kleid habe ich bei Zalando gefunden, Die Krone und die goldenen Applikationen auf dem Kleid habe ich aus Moosgummi, Strukturpaste, Glitzerspray und Schmucksteinen selbst fabriziert. Last miniute, einen Abend vor der Party. So konnten sie gerade noch trocknen… Goldenen Schmuck und Schuhe hatte ich in meinem Fundus und der Umhang stammt aus einem Kostümladen – ebenso die falschen Wimpern, die mich sehr an den Comiclook erinnert haben.

Ein Tipp: Der Teufel liegt ja bekanntich in den Details. Also sieht es beispielsweise immer super aus, wenn man den Nagellack aufs Kostüm abstimmt – vielleicht sogar passende Nageltatoos findet. Und weil ich kein echtes Einhorn auftreiben konnte, holte ich mir einen Einhorn-Helium-Ballon.

mit biss

Inspiriert von der Serie „The Walking Dead“, bin ich an Halloween als (halbes) Zombiegirl gegangen. Das Kostüm dafür war schnell gebastelt und beim Make-Up kann man sich mal so richtig austoben.

Der letzten Kleiderschrankenträumpelung sind ein paar Kleidungsstücke zum Opfer gefallen, die eigentlich noch gepasst hätten, ich aber nicht mehr gerne getragen habe (und sowas hat ja schließlich jeder im Schrank…). Aus einem Shirt und einer Jeans wurde mit Schere, Feuerzeug, etwas Erde (damit kann man schöne Flecken machen!) und Filmblut die eine Hälfte zombiemäßig. Kaufen musste ich für das Kostüm (bzw. für das Make-Up) nur die Latex-Wunden und ein bisschen Filmblut. Beides kriegt man Online oder im „Horror-Shop“.

Two face: halb Zombie, halb Mensch

So ein Zirkus!

Wenn man sich nicht an einer existierenden (Film-)Figur orientiert, kann man sich noch viel mehr austoben. So habe ich das für meine Party unter dem Motto „Circus Paradiso“ gemacht. Vieles habe ich mir in einem Kostümverleih geliehen und dazu eigene Sachen kombiniert. Beim Make-Up und den Haaren galt: je wilder, desto besser und ganz viel bling-bling.

Wie die Faust aufs Auge haben zu dem Kostüm meine Jimmy Choo-Schuhe gepasst. Die türkise Strumpfhose habe ich noch gekauft, Schmucksteine gab´s im Bastelladen und mit Wimpernkleber halten diese wunderbar auf der Haut. Die falschen Wimpern kosten auch nur ein paar Euros und haben einen großen Effekt.

fasching Ahoi!

Die Kostüme, die man zur Faschingszeit in jedem Kaufhaus angeboten bekommt, mag ich eigentlich gar nicht. Die sehen meist extrem billig aus, sind ebenso billig verarbeitet, bestehen aus Synthetikstoffen und wenn man Pech hat, laufen noch ein paar andere Gäste mit dem gleichen Kostüm herum. Für eine Mottoparty zum Thema „Traumschiff“ habe ich mir mangels Zeit mal ein solches Kostüm gekauft – aber mit einer originalen Uniformmütze, schönem Schmuck und Details wie einem Anker-Tatoo am Arm etwas aufgehübscht.

Ahoi Matrosin! Ein ready-made-Kostüm bekommt mit den richtigen Accessoires etwas mehr Individualität.

Darf´s ein bisschen meer sein?!

Mit meinem Meerjungfrauen-Kostüm sehe ich neben den Kostümkönigen meiner Unterwasser-Party ganz schön blass aus. Ich habe mir für das Kostüm eine goldene Corsage bestellt, Schmuck mit Seesternen gekauft und eine halbe Tube türkisen Bodyglitter auf der Haut verteilt. Meine Freundin hat für ihr Kostüm hier u.a. mit echten Muscheln gearbeitet. Auf ihrer Instagram-Seite gibt´s noch mehr Inspiration.

Unterwasser-Kostüme
„Darf´s ein bisschen Meer sein?!“ – Kostüme bei der Unterwasser-Mottoparty

Übrigens – was ganz anderes: Wusstet ihr eigentlich, dass der Narrenruf „Helau“ von „hellauf“, einem Wort aus dem 18. Jahrhundert stammt und so viel wie „hell auflachen“ bedeutet? Ich hoffe also, von euren Kostümen sind alle hellauf begesitert! Die Redewendung hat nämlich den gleichen Ursprung… 🙂
Eine närrische fünfte Jahreszeit und viel Spaß beim Verkleiden wünscht euch

die Birgit

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