Swasiland to go (Reisetagebuch, Teil 3)

Die Idee, auf unserer Afrika-Reise einen Abstecher nach Swasiland zu machen, war extrem gut! Dort nur eine Nacht zu bleiben: nicht!
Wir sind an einem wunderschönen Fleckchen Erde gelandet, wo wir es gut und gerne eine Weile ausgehalten hätten.
Hier meine kurze – aber schöne – Swasiland-Erfahrung.

Landschaft auf dem Weg nach Swasiland

Nach ein paar Tagen in Johannesburg (hier Teil 1 und Teil 2 meines Reisetagebuchs) holten wir unseren Mietwagen am Flughafen ab und probierten uns im afrikanischen Linksverkehr. Außer dass der Scheibenwischer bei fast jedem Blinkvorgang arbeiten musste (beim Rechtslenker ist eben alles vertauscht…), ging das ganz gut. Raus aus der Großstadt, vorbei an Vororten, Townships, wunderschönen Landschaften und rein nach Swasiland.

On the road – auf dem Weg nach Swasiland

Für nur eine Übernachtung ist die Ein- und Ausreise nach Swasiland und wieder zurück nach Südafrika etwas zeitraubend. Und für den Mietwagen sind dann noch einmal ca. 70 Euro extra fällig. Wir wussten nicht, was für ein wunderschönes Land uns erwartet, sonst hätten wir direkt mehr Zeit eingeplant. Was wir aber beispielsweise wussten: Swasiland hat weltweit die höchste Aidsrate. So war es gar nicht so verwunderlich, dass an der Grenze überall gratis Kondome auslagen. Fast die Hälfte der Bevölkerung ist mit dem Erreger infiziert. Auch wenn das ein mulmiges Gefühl vermitteln mag: Die Ansteckungsgefahr beseht so gut wie nur bei Geschlechtsverkehr mit Infizierten.

An der Grenze liegen überall gratis Kondome aus. Swasiland hat weltweit die höchste Aidsrate.

Swasiland hat übrigens genauso viele Einwohner wie München – und einen König. Der hatte wiederum bis zu 15 Ehefrauen. Das nur am Rande und wieder zurück zu unserer Anreise bzw. einige Infos zu den Ein- und Ausreiseformalitäten: Man muss sich erst in Südafrika abmelden und dann das selbe Prozedere noch einmal an einem Schalter auf der Swasiland-Seite mitmachen. Bei der Rückreise dann wieder genauso. Da wird man mal wieder daran erinnert, was wir mit Europa und unserem deutschen Pass für ein Glück haben!
Die Straßenmaut in Swasiland kann man, wie generell im Land, mit südafrikanischer Währung bezahlen – die Rand werden 1:1 umgerechnet.

Nach einer weiteren Stunde Fahrt durch bergige Landschaft kamen wir an unserem Bed & Breakfast an, das uns mit moderner Einrichtung, Komfort und wunderschön gepflegtem Garten überraschte. Ist eben nicht alles so rückschrittlich, wie man anhand der Gesundheitsversorgung oder der Staatsform meinen könnte… Das Mogi Boutique-Hotel kann ich zu 100% weiter empfehlen – ein supersüßes Kleinod mit bombastischem Preis-Leistungsverhältnis!

Da wir bis zum Sonnenuntergang nicht mehr lange Zeit hatten und es auch in Swasiland nicht ratsam ist, in der Dunkelheit irgendwo herumzulaufen, nutzten wir das letzte Tageslicht für eine kurze Kuchenpause in einem Craft Center in der Nähe des Hotels.

Kaffee- und Kuchenpause im „Craft Center“

Für das Abendessen fuhren wir ins Restaurant der Mantenga Lodge. Von dem schönen Ausblick auf der Restaurantterrasse hatten wir wegen der Dunkelheit nichts mehr. Aber der Sternenhimmel dort war der Wahnsinn!

Zubereitung eines traditionellen Fleischgerichts auf offenem Feuer im Freien

Wer längere Zeit in Swasiland verbringt, kann dort einige Actionsportarten wie Rafting, Kanutouren, Klettern oder ausgiebige Wanderungen einplanen. Die Tierwelt ist dort ebenfalls sehenswert und es gibt einige Anbieter für Safari-Touren!

Gerade erst ankommen, schon wieder im Aufbruch

Nach unserem Frühstück in der Sonne hatten wir nicht mehr so viel Zeit, weil wir weiter in den Kruger Nationalpark mussten. Wir legten nur noch einen kurzen Stopp an einem beliebten Touri-Spot ein, wo man diverse handgefertigte Mitbringsel kaufen konnte. Ich hatte von „Swazi Candles“ gelesen, dass sie unglaublich kunstvolle Kerzen herstellen würden. Die wurden so angepriesen- das wollte ich dann unbedingt mal sehen. Extrem kitischig – aber tatsächlich sehr besonders…

Die Heimfahrt dauerte länger, als das Navi uns ausrechnete – weil wir immer wieder stehen blieben, um die schöne Landschaft zu genießen und fotografisch festzuhalten. Dass unser Tank sich über die bergige Straße immer weiter leerte und weit und breit keine Tankstelle kam, machte uns etwas unruhig. In „Piggs Peak“ kam dann aber der erlösende Schluck Benzin.

Bilderbuch-Landschaft in Swasiland

Und kurz darauf ging es wieder über die Grenze, zurück nach Südafrika.

Für die Aus- und Wiedereinreise muss man ca. 20 Minuten Zeit einplanen.

Ein kurzer, aber schöner Ausflug in eines der kleinsten Länder der Welt. Swasiland ist auf jeden Fall einen Abstecher – vielleicht sogar eine Reise wert!

Und hier gibt´s jetzt Eindrücke aus dem Marloth und dem Kruger Park. Von wegen „the lions sleep tonight“… 😉

Viele Grüße,

die Birgit

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